football3 [Straßenfußball für Toleranz] - Gemeinsam gewinnen

 Es gibt weder Schiedsrichter noch Torwart – und gezählt wird erst, wenn ein Mädchen der Mannschaft ein Tor geschossen hat. Spielregeln wie diese machen den besonderen Reiz der Turniere aus. Football3 / Straßenfußball für Toleranz kommt aus Kolumbien, wo diese Spielidee in den 1990er Jahren zur Eindämmung der grassierenden Jugendgewalt entwickelt wurde.

In gemischten Teams lernen die Jugendlichen Werte wie Fairness und Toleranz ganz spielerisch. Eigene Regeln finden und akzeptieren, Konflikte ohne Gewalt lösen, gemeinsam Spaß haben – das sind die wichtigsten Ziele dieser Bewegung. Heute existiert ein weltweites Netzwerk an Straßenfußball-Initiativen für Kinder und Jugendliche in Afrika, Asien, Amerika und Europa.

Wir führen die Turniere in Hamburg seit 2002 gemeinsam mit der Hamburger Sportjugend durch - und das mit wachsendem Erfolg: Im Pilotjahr 2002 beteiligten sich rund 350 Kinder und Jugendliche an der Turnierserie. 2004 fanden in Hamburger Stadtteilen bereits über 30 Turniere mit fast 1500 Teilnehmern statt. Inzwischen spielen über 2200 Mädchen und Jungen in rund 40 Turnieren, welche sich über den gesamten Stadtbereich verteilen. Jährlicher Höhepunkt ist das große Finale, in welchem sich die Siegerteams meist an einem besonderen Ort, etwa am Fischmarkt oder vor dem Hamburger Rathaus, in Spielfreude und Fairness messen.

Tore sind dabei nicht allein entscheidend: Ein sportlicher Sieg zählt drei Punkte, die unterlegene Mannschaft bekommt einen Punkt, bei einem Unentschieden gibt es zwei Punkte für jede Mannschaft. Für faires Spiel werden zwei weitere Punkte vergeben. Darüber entscheiden beide Teams gemeinsam. Alle Turniere werden in einer mobilen football3 / Straßenfußball-Anlage durchgeführt. Ein neutraler Turnierbeobachter begleitet das Spiel. Er sorgt dafür, dass alle Spieler zu gemeinsamen Lösungen kommen und moderiert die Punktevergabe am Ende des Spiels.

Besonders wichtig ist die Zusammensetzung der vier- bis fünfköpfigen Teams: Es muss immer mindestens ein Mädchen in jeder Mannschaft mitspielen. Außerdem finden Teilnehmer aus unterschiedlichen Herkunftsländern in den Teams zusammen. Das Ergebnis ist gelebte Integration – so kommen Toleranz und Respekt in jedes Spiel.